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MEZIS deckt auf

Im Rahmen der MEZIS-Reihe „Interessenkonflikte bei Fachgesellschaften und CME-Fortbildungen“ analysiert MEZIS strukturelle und inhaltliche Interessenkonflikte (IK) von Fachgesellschaften und Einzelpersonen. Dabei interessieren uns insbesondere Fortbildungsveranstaltungen, die bei den jeweils zuständigen Ärztekammern zur Zertifizierung eingereicht werden.

14. März 2026: Der chronische Interesseninfarkt der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft am Beispiel ESC und Master Pocket Guidelines
Wir hatten jüngst über nicht deklarierte Interessenkonflikte von kardiologischen „Experten“ beim Science Media Center und auch bei dem Präsidenten der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft (DGK) berichtet. Solch wissenschaftliches Fehlverhalten ist keine Petitesse und diese beiden vorgenannten Probleme sind willkürlich aus den Veröffentlichungen der letzten Wochen herausgegriffen worden, ältere Beispiele finden sich aber auch schon hier und hier.
Unmittelbar mit dieser fehlender Transparenz zusammen hängen aber auch die methodisch minderwertigen Leitlinien, die die DGK weiter unverdrossen propagiert und die wir uns hier unter diesem Aspekt angucken wollen:… Hier geht es zum Artikel

5. März 2026: Täglich grüßt das Murmeltier: Interessenkonflikte bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e.V.
Seit Jahren weisen wir auf massive Interessenkonflikte bei der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e. V. hin. Sei es beim DGK-Portal herzmedizin.de, das alleine die fünf größten Pharmafirmen jeweils mit 150.000 Euro jährlich finanzieren oder die industrienahen Positionspapiere der DGK zu Blockbustern.
Jüngst äußerten sich drei Spitzenkardiologen, darunter der Präsident der DGK, im Science Media Center sehr positiv zu Cholesterin senkenden Medikamenten. Was der Leser nicht erkennen konnte: Zwei der drei Kardiologen unterschlugen ihre relevanten Interessenkonflikte, der dritte Kardiologe ist direkt bezahlter Redner für Firmen, die diese Medikamente herstellen.
Das jüngste Beispiel für Interessenkonflikte in der DGK betrifft ihren Präsidenten: Er gab mehrfach Interessenkonflikterklärungen ab, die unvollständig waren... Hier geht es zum Artikel

2. März 2026: „Statine sind harmlos“ – sagen zumindest von der Pharmaindustrie bezahlte Experten beim Science Media Center
Das Science Media Center (SMC) hat am 6. Februar 2026 drei deutsche Kardiologen zu einer Meta-Analyse mit dem Titel „Meta-Analyse: Angaben von möglichen Nebenwirkungen bei Statinen meist ohne Evidenz“ befragt. Wie der Titel der Studie schon vermuten lässt, werden dort Statine als allgemein recht gut verträglich dargestellt – allerdings haben die Autoren der Studie auch recht innige Beziehungen zu eben den Pharmafirmen, die diese Produkte herstellen… Hier geht es zum Artikel

23. Februar 2026: Angsterzeugende Laien-Werbung und das Forum Impfen
Die Pharmafirma GlaxoSmithKline (GSK) überzieht dieser Tage die Republik erneut mit angsterzeugender Werbung in den Medien, z. B. mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen, die titeln: „RSV-Saison erreicht kritische Phase“. Wobei Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente in der Laienpresse verboten ist, auch, um Vorfälle wie in den USA nach der Werbung für Opioide mit Hunderttausenden Toten zu verhindern. Weiterlesen

Juni 2024: Die „Nationale Herz-Allianz“ und die Pharma-Industrie: Läuft wie geschmiert!
Wenn die deutsche #Fachgesellschaft der Herzspezialisten (DGK) ihren „guten“ Namen für ein Werbeportal der Pharmaindustrie hergibt, sollten Patient:innen misstrauisch werden.
Normalerweise wird das Sponsoring verschämt versteckt, doch nicht so bei deren Portal herzmedizin.de.
Dort wird ganz offen eingestanden, dass alleine die fünf größten Pharmafirmen das Portal jeweils mit 150.000 Euro jährlich finanzieren!… mehr

April 2024: …. wenn die Kongress-Webseiten immer mehr kostenlosen Streuzeitschriften gleichen – Werbebotschaften penetrant den Blick auf das Programm verstellen weiß man: Die Pharma-Industrie hat mal wieder erfolgreich einen Kongress der Ärzteschaft gekapert. Hier ein kurzer Überblick zum Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, DGIM, der im April 2024 in Wiesbaden stattfindet.

November 2023: Die Paul-Martini-Stiftung und ihre 48 Sponsoren aus der Pharmaindustrie sponsern ein COVID-Symposium  in der Kaiserin-Friedrich-Stiftung in Berlin: „Prävention und Therapie von COVID-19: Update und Learnings“ ist in punkto Industrienähe und Interessenkonflikten noch krasser als das der Walter-Siegenthaler-Gesellschaft:

  • Die als Veranstalter firmierende Paul-Martini-Stiftung wird direkt und vollständig von 48 Unternehmen der Pharmaindustrie und damit von den direkten Nutznießern des Abends finanziert.
  • Es muss davon ausgegangen werden, dass Konzept, Fokus, Referent:innen- und Themenauswahl direkt durch die Pharmaindustrie organisiert wurde. Die Begrüßungsrede darf der Managing Director der Firma Pfizer halten. Er sitzt neben dem Medical Director von Biontec auch auf dem Podium, wenn es um gesetzliche Rahmenbedingungen und Innovation geht.
  • Neben der Crème de la Crème der deutschen Virolog:innen wie dem Kollegen Drosten oder der Kollegin Ciesek soll zudem die Leopoldina, die Nationale Akademie der Wissenschaften, als Mitveranstalterin dieser Werbeveranstaltung Seriösität und Wissenschaftlichkeit verleihen.
  • Die Veranstalter haben eine CME-Fortbildungszertifizierung bei der Berliner Ärztekammer beantragt, obwohl dies nach deren eigenen Regelungen nicht anerkennungsfähig ist.

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Im Juni 2023 hat MEZIS die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz- und Kreislauferkrankungen e.V. (DGPR) genauer unter die Lupe genommen, insbesondere den DGPR-Jahreskongress vom 23. bis 24. Juni in Berlin. Dabei hat sich gezeigt: Die DGPR ist strukturell und personell aufs Engste mit der Pharmaindustrie verwoben. Der Verein verweigert jegliche Transparenz zum Grad seiner finanziellen Abhängigkeit von der Pharmaindustrie, verramscht seinen Fachgesellschaftsstatus für maximale Profite bei seinen Kongressen und veröffentlicht Therapie-Empfehlungen, die wissenschaftliche Standards verletzen.
Mehr dazu erfahren Sie hier

Das Jahr 2023 starten wir von MEZIS mit der Analyse der Dresdner Herz-Kreislauf-Tage: leider wieder ein Volltreffer in punkto Pharmawerbung und massiver Beeinflussung ärztlichen Verordnungsverhaltens durch Veranstalter und Pharma-Firmen: Alle Fachvorträge, für die die Sächsische Landesärztekammer eine Zertifizierung erteilt hat, werden direkt von Pharmafirmen unterstützt (siehe folgender Screenshot aus dem Tagungsprogramm).

Dezember 2022: Der 46. Deutsche Hypertonie Kongress: „Interessenkonflikte in allen Lebenslagen“ … schaut man sich stichprobenartig die Interessenkonflikte nur des Sprechers dieser Arbeitsgruppe an, stellt man fest, dass dieser viele und relevante Interessenkonflikte hat. Er unterhält zu quasi allen Pharma-Unternehmen, die Blutdruckmedikamente vertreiben finanzielle Beziehungen (siehe folgender Screenshot). Das mag bei den massiv Interessenkonflikt-behafteten Leitlinien der europäischen kardiologischen Gesellschaft (bei denen er Mitautor ist) noch nicht zu einem Ausschluss führen, wäre aber bei der Leitlinienerstellung der deutschen AWMF ein Ausschlussgrund bei den Abstimmungen…

November 2022: Anfang November hat die bundesweite Ärzteinitiative MEZIS e.V. die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) öffentlich aufgefordert, ihre geplante CME-Zertifizierung für Ärztefortbildungen auf dem geplanten DDG-Herbstkongress freiwillig zurückzuziehen. MEZIS begründet seine Forderung mit der großen Menge an Sponsoren, der hohen Summe an reinen Sponsoringgeldern (mehr als eine 3/4 Mio. Euro) und auch mit dem aktuellen DDG-Geschäftsbericht, in dem es heißt: „Der Kongress ist eine wesentliche Ertragsquelle des Vereins“. Positiv vermerkt wird dort unter anderem auch eine „Großspende der Firma Novo Nordisk in Höhe von 250.000 Euro“. MEZIS hat zudem recherchiert, dass viele Funktionsträger der DDG, aber auch die Referent:innen finanzielle Beziehungen zu sponsernden Pharmafirmen unterhalten. Die DDG-Spitze hat sich bis heute nicht zu den konkreten Fragen geäußert…

Oktober 2022: #100.000EuroFortbildung – das COVID-Symposium der Walter-Siegenthaler-Gesellschaft
Wenn bei einem hochkarätigen Covid-Symposium der Leitlinienautor zu Paxlovid referiert und selbst im Advisory Board von Pfizer sitzt und eben diese Firma den Vortrag auch noch „unterstützt“ sind wir von MEZIS uns einig: Das ist platte Werbung und darf von der Ärztekammer nicht auch noch als CME-Fortbildung geadelt werden.

September 2022: „Wess‘ Brot ich ess‘, dess‘ Lied ich sing!“ Kritik am industrienahen Positionspapier „Herzinsuffizienz und Diabetes“ der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft (DKG) und der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
Die führenden deutschen Fachgesellschaften im Bereich Diabetes und Herzinsuffizienz haben jüngst ein Positionspapier veröffentlicht, in dem es unter anderem um die Therapie dieser Erkrankungen geht [1]. Einen großen Platz nimmt dabei die Therapie mit den sog. SGLT2-Hemmern ein.
Erschreckend ist, dass ausnahmslos alle Autoren dieses Papiers relevante Interessenkonflikte haben:…weiterlesen