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Rubrik: Allgemein
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Schlagwörter: AWMF, Leitlinien
Warum Leitlinienwatch?
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Annette Diener, MEZIS Mitarbeiterin und Koordinatorin bei LLW
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20.02.2026
Was machen wir bei Leitlinienwatch eigentlich NICHT? Wir bewerten NICHT die Güte des Inhalts einer Leitlinie, z. B. ob eine Leitlinie die neuesten publizierten Therapieoptionen beinhaltet oder sie sich an die Regeln für die Erstellung von Leitlinien hält. Wir bewerten das Interessenkonfliktmanagement.
Leitlinienwatch schaut sich die Leitlinienautorinnen- und -autorenangaben daraufhin an, mit welchen Firmen Zusammenarbeiten bestehen, von welchen z. B. Honorare gezahlt werden für Vorträge, oder ob jemand beratend für Firmen tätig oder selbst Teilhaberin oder Teilhaber – weil Aktienbesitzer:in – einer oder mehrerer Firmen ist. Es gibt Regeln im Umgang mit Interessen bei der Leitlinienerstellung (zum Beispiel von der AWMF aufgestellt und hier zu finden) und das Leitlinienwatchteam schaut sich an, was im Begleitbericht steht, welche Regeln vom Leitliniengremium aufgestellt und wie sie eingehalten wurden. Hat die Autorin oder der Autor Geld von den Firmen erhalten, deren Produkte für Therapieempfehlungen in dieser Leitlinie relevant sind? Wenn es so ist, darf die Person nicht bei der Empfehlung für diese Therapieoption mitstimmen, sie ist befangen. Bei der Komplexität von Leitlinien, der Menge an beteiligten Personen und der Fülle von Empfehlungen passiert es quasi in jeder Leitlinie, die wir bisher untersucht haben, dass die aufgestellten Regeln nicht vollständig eingehalten wurden.
Wie kann es besser werden? Wir haben einige Standardempfehlungen für die Leitlinienerstellung zusammengestellt. Sie sind hier zu finden: www.leitlinienwatch.de/umgang-mit-interessenkonflikten
Wer gern das Team von Leitlinienwatch unterstützen möchte, wird eingewiesen und begleitet, bis die- oder derjenige selbst für eine Bewertung bereit ist. Eine Bewertung wird immer im Zweier-Team durchgeführt. Bitte bei oder melden.
Autorin

Annette Diener
Dr. rer. nat. Annette Diener ist Biologin und seit 2020 angestellt bei MEZIS. Sie betreut MEZIS Projekte. Davor arbeitete sie als Wissenschaftlerin und Lehrkoordinatorin in der Medizin.