Konsequenzen bei fehlenden Angaben zu Interessenkonflikten gefordert

Konsequenzen bei fehlenden Angaben zu Interessenkonflikten gefordert

Ärzte unterschlagen systematisch ihre Interessenkonflikte, zeigt eine BuzzFeed News-Recherche. Politiker und Wissenschaftler fordern Konsequenzen.

BuzzFeed News hat in den vergangenen zwei Jahren mehr als 3,3 Millionen medizinische Fachartikel aus 16.000 Fachzeitschriften ausgewertet, um Industrie-Verbindungen von Ärztinnen und Ärzten zu überprüfen. Sie umfassen etwa 12 Millionen Autorinnen und Autoren, 500.000 aus Deutschland. Die Recherche ergab: Zahlreiche hochrangige Forscherinnen und Forscher – auch aus Deutschland – verstoßen gegen die wissenschaftlichen Standards. Nun fordern hochrangige Politikerinnen, Politiker, Expertinnen und Experten eine zentrale Datenbank für mögliche Interessenkonflikte – und Sanktionen für Ärztinnen und Ärzte, die dagegen verstoßen.

Die Recherchen von BuzzFeed News Deutschland zeigen, dass mindestens hunderte Mediziner aus Deutschland ihre Industrie-Verbindungen offenbar nicht oder nicht vollständig angeben. Das Team hat die Angaben aus den Fachartikeln mit anderen Daten über mögliche Interessenkonflikte verknüpft: Angaben aus medizinischen Leitlinien, Rednerlisten von Industrie-gesponserten Kongressen, Angaben der Pharma-Industrie, die vom Projekt eurosfordocs.eu gesammelt werden. Dadurch hat BuzzFeed News zahlreiche, auch hochkarätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefunden, die offenbar den Standards nicht nachkommen und somit die Glaubwürdigkeit der Forschung auf ihrem Gebiet gefährden.

Hier geht‘s zum Artikel: „Exklusiv: Ärzte unterschlagen systematisch Interessenkonflikte“.

Hochrangige Politikerinnen, Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern als Reaktion auf die Recherchen von BuzzFeed News eine strengere gesetzliche Kontrolle von Interessenkonflikten in Wissenschaft und Medizin. So fordern die Grünen im Bundestag, die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) und mehrere Nichtregierungsorganisationen erneut eine gesetzlich verpflichtende Transparenzdatenbank für Interessenkonflikte, wie es sie zum Beispiel in den USA bereits gibt. Expertinnen und Expertin bezeichnen die Ergebnisse der Recherche  als „skandalös, erschreckend, bestürzend und aufrüttelnd“.

Den ganzen Artikel finden Sie hier: Nach BuzzFeed News-Recherche: Strengere Regeln für Interessenkonflikte gefordert 

Rechercheprotokoll: Wie wir jahrelang 15 Millionen mögliche Interessenkonflikte von Wissenschaftler:innen analysiert haben

BuzzFeed News, die Ippen-Gruppe und die Reporter:innen von followthegrant.org berichten weiter zur fehlenden Transparenz in der Wissenschaft. Sie erreichen das Rechercheteam unter info@followthegrant.org. „Follow the Grant“ sind Hristio Boytchev (Projektleitung und Recherche), Simon Wörpel (Datenjournalismus) und Edgar Zanella Alvarenga (Datenjournalismus).