MEZIS e.V. lobt abwägende Haltung der STIKO zu COVID-19-Impfungen bei Kindern

MEZIS e.V. lobt abwägende Haltung der STIKO zu COVID-19-Impfungen bei Kindern

Pressemitteilung

27. Mai 2021

Scharfe Kritik an versuchter Einflussnahme durch Politik und Ärztetag:
Ärzteinitiative MEZIS e.V. lobt abwägende Haltung der STIKO zu COVID-19-Impfungen bei Kindern

Die Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte MEZIS e.V. – „Mein Essen zahl‘ ich selbst“ beobachtet mit großer Sorge den massiven politischen Druck, der u. a. durch Herrn Minister Spahn und Frau Ministerin Karliczek hinsichtlich einer generellen COVID-19-Impfempfehlung für Kinder aufgebaut wird – noch vor der Zulassung eines geeigneten Impfstoffes durch die Europäische Arzneimittelagentur.

Die Bewertung von Impfungen gehört in die Expertise zuständiger Fachgesellschaften und Fachkommissionen – allen voran der Ständigen Impfkommission. Die individuelle Impfentscheidung muss im Vertrauensbereich des Arzt-Patienten-Gespräches nach sorgfältiger Aufklärung getroffen werden. Auch die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) hat diese Woche die von der Politik diskutierte Impfempfehlung für Kinder kritisiert und auf die fehlende Datengrundlage hingewiesen.

Beides – Impfempfehlung und Impfentscheidung – dürfen nicht durch Interessen der Industrie, nicht durch politische Meinungsmache im Wahlkampfjahr und auch nicht durch gesellschaftlichen Druck beeinflusst werden – wie zuletzt auch durch den Deutschen Ärztetag angeregt, der das Recht unserer Kinder auf Bildung mit dem Vorhandensein einer noch völlig unzureichend untersuchten Impfung verknüpft.

Gerade eine Impfung für Kinder erfordert eine besonders sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiken und ein hohes Maß an Arzneimittelsicherheit. MEZIS begrüßt daher ausdrücklich die sehr zurückhaltende Positionierung der Ständigen Impfkommission in dieser Frage. Sie fordert in Anknüpfung an Ihren Appell zum Jahresende 2020 die Politik dazu auf, die zuständigen Organe vor politischem, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entscheidungsdruck zu schützen und ihr eine objektive wissenschaftliche Bewertung der COVID-19-Impfung bei Kindern zu ermöglichen.