MEZIS: Pharmakorruption bekämpfen

Pressemitteilung, 1. März 2018

Korruptionsskandale geraten immer wieder ans Licht der Öffentlichkeit. Aktuelles Beispiel sind die Bestechungsvorwürfe gegen Novartis.

Dem Schweizer Pharmakonzern wird vorgeworfen, griechische ÄrztInnen, BeamtInnen und SpitzenpolitikerInnen bestochen zu haben. Die Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte, MEZIS e.V., engagiert sich hierzulande gegen Bestechung und Einflussnahme dieser Art.

Letzte Woche machte der Korruptionsskandal in Griechenland um den Pharmahersteller Novartis Schlagzeilen. Laut einschlägigen Medien soll Novartis üppige Schmiergelder an griechische ÄrztInnen, BeamtInnen und SpitzenpolitikerInnen gezahlt haben – unter anderem an zwei Ex-Premierminister.

Korruption im Gesundheitswesen kommt überall auf der Welt vor. Denn in allen Ländern weltweit ist das vorrangige Ziel von Pharmaunternehmen, möglichst viel Profit aus dem Verkauf ihrer Arzneimittel zu erzielen. „Und dazu ist ihnen fast jedes Mittel recht“, berichtet Dr. Christiane Fischer, Ärztliche Geschäftsführerin von MEZIS. Und zu diesen Mitteln gehören Schmiergelder, ob in Griechenland oder hier.

Bestechung findet auf vielen Wegen statt
Pharmaskandale sind auch hierzulande möglich. Darum ist es entscheidend, dass sich ÄrztInnen gegen jede Art der Einflussnahme stark machen und für eine unbestechliche und unabhängige Medizin eintreten, die sich nur am PatientInnenwohl ausrichtet. MEZIS e.V. engagiert sich gegen die allgegenwärtigen Beeinflussungen durch die Pharmaindustrie und setzt sich für Transparenz bei Zuwendungen im Gesundheitswesen ein. Die im Jahr 2007 gegründete Initiative stärkt die ärztliche Unabhängigkeit und möchte ärztliche KollegInnen und Medizinstudierende sensibilisieren. „Wer sich Kulis, Essen, Studien, Reisespesen und Anwendungsbeobachtungen finanzieren lässt, wird in seinem Verschreibungsverhalten beeinflussbar. Wir empfehlen unseren ärztlichen KollegInnen, auf VertreterInnenbesuche sowie die Annahme von Arzneimittelmustern und Geschenken zu verzichten und sich industrieunabhängig fortzubilden“, so Dr. Jan Salzmann, Vorstandsmitglied von MEZIS. Herstellerunabhängige Informationsquellen zu Arzneimitteln sind verfügbar.

MEZIS-Fachtagung fokussiert unabhängige Fortbildungen
„Wir fordern, dass von der Industrie gesponserte Veranstaltungen nicht mit Fortbildungs-Punkten (CME – Continuing Medical Education) zertifiziert werden“, erklärt Dr. Christiane Fischer. Dieses Thema ist auch Schwerpunkt der MEZIS-Fachtagung „Ärztliche Fortbildung – Quo vadis?“vom 13. bis 14. April in Heidelberg. Den Auftakt am Freitag gestaltet Prof. Dr. Reinhard Griebenow mit seiner Key Note „Interessenkonflikte bei ReferentInnen“. Daran schließt die Podiumsdiskussion „Ärztliche Fortbildung – Warum geht es nicht ohne die Industrie?!“ an. Am Samstag findet der „Markt der Möglichkeiten“. Mitglieder- und Partner-Organisationen präsentieren dort ihre Arbeit und Ziele. In den nachfolgenden Workshops stehen drei Themen rund um Ärztliche Fortbildungen zur Wahl. Das Ziel der Fachtagung ist die Gründung eines Aktionsbündnisses für unabhängige Fortbildung.

Am Freitag, 13.4., findet um 16 Uhr ein Pressegespräch statt. Hierzu laden wir Sie schon jetzt recht herzlich ein.

Hier das vollständige Programm sowie das Anmeldeformular.

Ansprechpersonen:
– Dr. med. Christiane Fischer, Ärztliche Geschäftsführerin MEZIS: fischer@mezis.de, Tel: 01575-5575135
– Dr. med. Jan Salzmann Vorstandmitglied MEZIS: salzmann@mezis.de, Tel: 0151-22240592
– Sabine Hensold, Assistentin der Geschäftsführung, MEZIS: hensold@mezis.de, Tel. 0163-1469696