Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen – es bleibt noch viel zu tun!

Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen – es bleibt noch viel zu tun!

Pressemitteilung zum Weltantikorruptionstag am 9. Dezember

Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen – es bleibt noch viel zu tun!

Bundesweite Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte MEZIS e.V. sieht weiterhin Handlungsbedarf

Hochpreisig gesponserte Fortbildungen für ÄrztInnen, LeitlinienautorInnen mit finanziellen Verflechtungen zu pharmazeutischen Unternehmen, Anwendungsbeobachtungen, die das Verschreibungsverhalten der ÄrztInnen steuern, gezielte Marketingkampagnen, die PatientInnen verunsichern und Krankheitsängste schüren – der Einfluss der pharmazeutischen Industrie auf das Gesundheitswesen bleibt ungebrochen! Zu diesem Fazit gelangt die Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte MEZIS e.V. anlässlich des Weltantikorruptionstags am 9. Dezember.

„Die Organe der ärztlichen Selbstverwaltung und die medizinischen Fachgesellschaften müssen endlich wirksame Maßnahmen ergreifen, um unserer berufsrechtlichen Pflicht zur Wahrung der heilberuflichen Unabhängigkeit Geltung zu verschaffen!“, fordert Dr. Christiane Fischer, Ärztliche Geschäftsführerin von MEZIS. Als Beispiel nennt sie die Fortbildungsordnungen der Ärztekammern, die noch immer Sponsoring von Ärztefortbildungen erlauben. „Gesponserte Fortbildungen dienen dem Marketing der Industrie – und nicht der objektiven Information von ÄrztInnen!“, fährt Dr. Fischer fort. „Sie verhindern eine gute Patientenversorgung, führen zu Fehlversorgung und nachweislich zu höheren Arzneimittelausgaben.“

Aus einigen Landesärztekammern gibt es bereits erfreuliche Signale. „Wir begrüßen die Bemühungen unserer KollegInnen, Regelungen für Transparenz und zur Begrenzung von Sponsoring zu formulieren und durchzusetzen“, ergänzt Dr. Niklas Schurig, MEZIS-Vorstandsmitglied. Er verweist beispielsweise auf die Ärztekammer Baden-Württemberg, die kürzlich einem führenden Anbieter gesponserter Fortbildungen die Anerkennung verwehrte. „Wir sehen es als Schritt in die richtige Richtung, dass nun die Richtlinie zur Vergabe von Fortbildungspunkten auch um inhaltliche Kriterien erweitert wurde.“

Die Ärzteinitiative will mit ihrem bundesweiten „Aktionsbündnis Fortbildung 2020“ unabhängigen Veranstaltern eine Plattform bieten und zum Ausbau des Angebotes beitragen. Die bisher gewonnenen Partner haben strenge Regeln für die Finanzierung ihrer Veranstaltungen sowie für die Unabhängigkeit der ReferentInnen und der vermittelten Inhalte formuliert. „Wir wollen aufzeigen, dass es machbar ist und immer mehr KollegInnen ermutigen, sich kritisch und objektiv zu informieren“, gibt sich Manja Dannenberg, ebenfalls Vorstandsmitglied, optimistisch.

Terminankündigung

Am 6. April 2019 findet am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf die MEZIS-Fachtagung „Über-, Unter- und Fehlversorgung“ statt. Das Programm ist in Kürze abrufbar unter www.mezis.de

Ansprechpersonen:
Dr. med. Christiane Fischer, Ärztliche Geschäftsführerin MEZIS, E-Mail: fischer@mezis.de, Tel. 01575-5575135
Dr. med. Niklas Schurig, Vorstand MEZIS, E-Mail: schurig@mezis.de, Tel. 0175-8819113