Präambel

Die Gesundheit als öffentliches Gut zu schützen, verstehen wir als gesellschaftliche Aufgabe. Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, ihr Können zum Wohle der Patientinnen und Patienten einzusetzen. Dies erfordert eine besondere Vertrauensstellung. Um diese in einer Zeit zunehmender „Vermarktlichung“ des Gesundheitswesens zu schützen, erheben wir die folgenden Kernforderungen:

Forderungen an die Ärzteschaft

Berufsrecht ohne doppelten Boden!
MEZIS fordert: Die Berufsordnungen müssen so eindeutig formuliert werden, dass Zuwendungen der Pharma- und Medizinprodukteindustrie in jedweder Form als nicht zulässig gelten.

Transparenz von Einflüssen!
MEZIS fordert die generelle Offenlegung und einen verantwortungsvollen Umgang mit Interessenkonflikten.

Leitlinien-Erstellung ohne Einfluss der Pharmaindustrie!
MEZIS fordert: Autoren mit relevanten Interessenkonflikten sollen bei der Entwicklung von Leitlinien ausgeschlossen werden.

Keine CME-Zertifizierung von industriefinanzierten Fortbildungen!
MEZIS fordert die Fachgesellschaften, Berufsverbände und Standesvertretungen dazu auf, herstellerunabhängige Fortbildungen anzubieten. Forderungen an die Politik

Offenlegung aller Studiendaten!
MEZIS fordert: die Verpflichtung zur Offenlegung aller Daten klinischer Studien muss gesetzlich verankert werden.

Pflichtinhalt im Medizinstudium!
MEZIS fordert: unabhängige Fortbildungsstrategien und der Umgang mit der Pharma- und Medizinprodukteindustrie sollen als Pflichtinhalt ins Medizinstudium integriert werden.

Patienteninformation ohne Einfluss der Pharmaindustrie!
MEZIS fordert: Patienteninformation in den Medien darf nicht als Einfallstor für versteckte Laienwerbung (Direct-to-consumer-Advertising) dienen.

Diese Forderungen wurden auf der Mitgliederversammlung am 15.03.2014 in Augsburg diskutiert und verabschiedet.

 

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