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Über MEZIS

MEZIS steht für „Mein Essen zahl‘ ich selbst“. Die 2007 als Teil des weltweiten No-Free-Lunch-Netzwerkes gegründete Initiative setzt ein Zeichen gegen den Einfluss der Pharmaindustrie auf die Ärzteschaft.

MEZIS kämpft für mehr Transparenz im Gesundheitswesen. Durch Information und Aufklärung sensibilisiert MEZIS Ärzt:innen, Medizinstudierende und Patient:innen für Marktinteressen bei Arzneimittelverschreibungen und Behandlungen.

Ärzt:innen tragen eine große Verantwortung für ihre Patient:innen. Objektive Informationen für die Arzneimittelverordnung sind unerlässlich. Doch die Pharmaindustrie übt mit allen Mitteln großen Einfluss aus: Sie schickt Pharmavertreter:innen in Arztpraxen und Kliniken, um mit Geschenken, geldwerten Leistungen, Honoraren oder Einladungen für ihre Produkte zu werben. Sie sponsort ärztliche Fortbildungen, bezahlt Speaker:innen und veröffentlicht Studiendaten nicht oder nicht vollständig.

Dies alles beeinflusst ärztliches Verschreibungs-verhalten und schadet dem Wohl der Patient:innen – und letztlich uns allen!

MEZIS Ziele

Die Ärztinnen und Ärzte-Initiative MEZIS – mein Essen zahl‘ ich selbst e. V. sensibilisiert und klärt seit 2007 die Ärzteschaft und die Öffentlichkeit auf mit dem Ziel

  • die Einflussmöglichkeiten der Industrie und die Wirkung von Marketing-Maßnahmen zu verdeutlichen,
  • durch hochwertige und von der Industrie unabhängige Fort- und Weiterbildung die Kenntnisse auf dem Gebiet der rationalen Arzneimitteltherapie und evidenzbasierten Medizin zu verbessern,
  • über das Schadenpotential von unzweckmäßigen Arzneiverordnungen bei Patientinnen und Patienten zu informieren,
  • im ärztlichen Berufsrecht Beeinflussungen und Bestechlichkeit klar zu verbieten,
  • eine Kultur der uneingeschränkten Offenlegung von Interessenkonflikten zu etablieren
  • bereits im Studium angehende Gesundheitsberufe-Absolvent:innen für die Einflussnahmen der Industrie zu sensibilisieren,
  • Patientinnen und Patienten die Beeinflussungs-Maßnahmen in der Werbung und in von der Industrie finanzierten Selbsthilfegruppen zu veranschaulichen,
  • die Hochpreispolitik der Arzneimittelindustrie zu verdeutlichen.
Warum MEZIS
  • Jedes Jahr besuchen 15.000 Pharmavertreterinnen und Pharmavertreter 20 Millionen Mal Arztpraxen und Krankenhäuser, werben für ihre Produkte, verteilen Geschenke, bieten Honorare für Anwendungsbeobachtungen, laden zum Essen ein und bezahlen Fortbildungs- und Reisekosten.
  • Die pharmazeutische Industrie sponsert einen großen Teil der ärztlichen Fortbildung und sorgt so für die „richtigen“ Themen. Darüber hinaus werden ärztliche Referentinnen und Referenten als Aushängeschilder oder „Mietmäuler“ eingesetzt, mit (oft überzogenen) Honoraren bezahlt und mit den „richtigen“ Präsentationen bestückt.
  • Daten aus Studien im Auftrag der pharmazeutischen Industrie werden nicht oder nicht vollständig veröffentlicht. Planung und Auswertung geschehen – auch unbewusst – im Sinne eines erwünschten Ergebnisses. Pharmakonzerne beschäftigen eigene Autorinnen und Autoren, die wichtige Gesundheits-Internetseiten mit unausgewogenen und interessengeleiteten Meldungen gestalten oder sie betreiben diese Webseiten unerkannt selbst.
  • Befindlichkeitsstörungen, die medikamentös behandelt werden können, werden durch Werbung gezielt zu Krankheiten erklärt (Disease mongering). Gefährdungen durch Krankheiten werden verzerrt dargestellt und Angst geschürt (Fear mongering), Patientenorganisationen werden gesponsert und mit den passenden Informationen versorgt.