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Liebe MEZIS Mitglieder, liebe MEZIS Freundinnen und Freunde,
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gerade wurde im Bundestag das durch den Bericht der FinanzKommission Gesundheit (FKG) angestoßene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz diskutiert, und im Vorfeld wurden die Bundestagsabgeordneten u. a. mit drohenden Werbeanzeigen des Verbands forschender Pharmaunternehmen (vfa) in der öffentlichen Presse konfrontiert. Gemeinsam mit Transparency International Deutschland haben wir dazu einen Appell an die Abgeordneten geschickt und eine Pressemitteilung veröffentlicht.
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Neben diesen aktuellen politischen Entwicklungen zeigen wir in drei Artikeln in der Rubrik MEZIS deckt auf, in welchen Bereichen Ärzt:innen selbst für eine Erhöhung von Medikamentenverschreibungen sorgen, entgegen der wissenschaftlichen Beweislage.
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Weitere Themen dieses Newsletters sind Werbung durch Influencer:innen und Medfluencer:innen in den sozialen Medien, ein Überblick zu der Forschung in Deutschland über Kommerzielle Determinanten von Gesundheit (CDOH), Aktuelles zur Digitalisierung des Gesundheitswesens und neue Bewertungen bei Leitlinienwatch.
Eine anregende Lektüre wünschen
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Annette Diener, Sabine Hensold und der MEZIS Vorstand Susi Bonk, Manja Dannenberg, Niklas Gutknecht und Niklas Schurig
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Jede Spende hilft unserem Verein!
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Appell an die MdBs vor Abstimmung zum GKV-Spargesetz: Misstrauen Sie den Argumenten der Pharmabranche!
MEZIS Pressemitteilung, 9. Juni 2026
Vor Abstimmung zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Pharmaindustrie führt massive Kampagne zur Beeinflussung von Abgeordneten Transparency International Deutschland und Ärzt:inneninitiative MEZIS starten gemeinsamen Gegenappell
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Vor der geplanten 1. Lesung zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz im Bundestag am 12. Juni 2026 macht der Verband forschender Pharmaunternehmen (vfa) Stimmung gegen die geplanten Einsparungen. Mit großen Anzeigeserien u. a. in der Süddeutschen Zeitung wird mit einer massiven Verschlechterung der Arzneimittelversorgung in Deutschland gedroht, sollte das Gesetz so beschlossen werden. Flankiert wird die Stimmungsmache mit der Ankündigung zweier führender Pharmakonzerne, in Deutschland geplante Investitionen vorerst zu stoppen. Weiterlesen...
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MEZIS deckt auf
Von Niklas Schurig, MEZIS Vorstand
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Bei Recherchen zu Interessenkonflikten für Leitlinienwatch stießen wir über diverse Vorfälle, die wir unter MEZIS deckt auf präsentieren:
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„Statine sind harmlos“ – sagen zumindest von der Pharmaindustrie bezahlte Experten beim Science Media Center Das Science Media Center (SMC) hat am 6. Februar 2026 drei deutsche Kardiologen zu einer Meta-Analyse mit dem Titel „Meta-Analyse: Angaben von möglichen Nebenwirkungen bei Statinen meist ohne Evidenz“ befragt. Wie der Titel der Studie schon vermuten lässt, werden dort Statine als allgemein recht gut verträglich dargestellt – allerdings haben die Autoren der Studie auch recht innige Beziehungen zu eben den Pharmafirmen, die diese Produkte herstellen… Hier geht es zum Artikel
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Der chronische Interesseninfarkt der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft am Beispiel ESC und Master Pocket Guidelines Wir hatten jüngst über nicht deklarierte Interessenkonflikte von kardiologischen „Experten“ beim Science Media Center und auch bei dem Präsidenten der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft (DGK) berichtet. Solch wissenschaftliches Fehlverhalten ist keine Petitesse und diese beiden vorgenannten Probleme sind willkürlich aus den Veröffentlichungen der letzten Wochen herausgegriffen worden, ältere Beispiele finden sich aber auch schon hier und hier. Unmittelbar mit dieser fehlenden Transparenz hängen aber auch die methodisch minderwertigen Leitlinien zusammen, die die DGK weiter unverdrossen propagiert und die wir uns hier unter diesem Aspekt angucken wollen:… Hier geht es zum Artikel
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Starker Dosisanstieg von Protonenpumpenhemmern: ein Trick der "Händigkeit"?
Aus dem Newsletter von GRAS, übersetzt mit KI, 12. März 2026
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Die Therapeutics Initiative aus Kanada (University of British Columbia) bewertet hier Arzneimittel, die im Unterschied zu den bereits bewährten oder vermarkteten Mitteln nur noch einzelne Enantiomere, also das rechts- oder linksdrehende Molekül, enthalten. Hintergrund ist, dass viele Medikamente aus einer Mischung aus zwei spiegelbildlichen Molekülen bestehen (man kann sie sich wie eine rechte und eine linke Hand vorstellen). Originalmedikamente enthalten eine 50/50-Mischung aus beiden "Händen". Neue Medikamente enthalten nur eine "Hand" (z. B. nur das rechte oder nur das linkshändige Molekül). Indem sie nur eine "Hand" verkaufen, können Unternehmen ein neues Patent erhalten und höhere Preise verlangen. Dies führt jedoch oft dazu, dass Patient:innen das Dreifache der benötigten Dosis des Wirkstoffs einnehmen, ohne einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen. Forschende haben Esomeprazol mit Omeprazol und Dexlansoprazol mit Lansoprazol verglichen. Die am häufigsten verschriebene PPI-Dosis verdoppelte sich in British Columbia mit dem Auftreten der „es“- und „dex“-Versionen der PPIs, die Einwohner:innen von British Columbia geben 21 Millionen Dollar mehr pro Jahr für diese neuen PPIs im Vergleich zu den alten aus, ohne dass ein zusätzlicher Nutzen nachgewiesen wurde, und gleichzeitig besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen. Hier geht es zum englischsprachigen Artikel: https://www.ti.ubc.ca/2026/03/12/160-surge-in-doses-of-proton-pump-inhibitors-a-sleight-of-handedness/
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Die belgische Groupe de Recherche et d’Action pour la Santé GRAS versendet alle zwei Monate einen Newsletter mit vielen interessanten Artikeln aus dem belgischen, französischsprachigen und internationalen Raum. Wer an einer deutschen oder englischen Version der letzten Ausgabe interessiert ist, sendet bitte eine E-Mail an diener@mezis.de.
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Gesundheitswerbung: Rechtsdurchsetzung hinkt im digitalen Raum hinterher
Der Tagesspiegel Background Gesundheit & Health, 19. Mai 2026, Ina Bierfreund
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Viele Influencer:innen bewerben zweifelhafte Mittel und verbreiten falsche Gesundheitsinfos. Dagegen vorzugehen ist selbst mit dem Heilmittelwerbegesetz und Digital Services Act schwierig. Ein Faktencheck-Projekt der Verbraucherzentralen NRW und Rheinland-Pfalz soll jetzt helfen.
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Für Gesundheitsfragen gewinnen soziale Medien als Informationsquelle zunehmend an Bedeutung. Die aktive Auseinandersetzung mit Gesundheitsinfos im digitalen Raum kann etwa wegen des Wissenszuwachses zu förderlichem Gesundheitshandeln führen, sagte Elena Link, Juniorprofessorin für Wissenschaftskommunikation an der Universität Mainz, gestern bei einer Fachtagung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen zu Gesundheitswerbung. Fehlinformationen könnten wiederum zu schädlichem Gesundheitshandeln führen.
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Kommerzielle Determinanten von Gesundheit (CDOH): Wie beeinflussen kommerzielle Akteure Gesundheit und Chancengleichheit?
European Journal of Public Health, 22. Mai 2026, Sell et al.
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Uns erreichte kürzlich ein Hinweis auf das Konzept der Kommerziellen Determinanten von Gesundheit (engl. commercial determinants of health (CDOH)), das als „Systeme, Praktiken und Pfade, über die kommerzielle Akteure Gesundheit und Chancengleichheit beeinflussen“ (Gilmore et al., 2023) definiert ist. Das Konzept ist im angloamerikanischen Kontext geprägt worden und wird dort vermehrt wissenschaftlich bearbeitet. Forschende aus Deutschland haben nun untersucht, welche Art von Forschung zu CDOH an Forschungseinrichtungen in Deutschland stattfindet und welche Themen untersucht werden.
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Es zeigt sich, dass die CDOH-Forschung hierzulande – wie auch international – stark auf die Tabak-, Alkohol- und Lebensmittelindustrie fokussiert ist, wobei insbesondere deren Strategien für politische und wissenschaftliche Einflussnahme sowie Marketing untersucht wurden. Ergänzend gibt es in Deutschland einen Forschungsschwerpunkt auf Marketing- und wissenschaftlichen Strategien der pharmazeutischen Industrie. Andere Industrien und Industriepraktiken wurden selten untersucht und die identifizierten Forschungscluster arbeiteten überwiegend isoliert. Die Autor:innen möchten anregen, themen- und fachübergreifend an die Erkenntnisse der CDOH-Literatur anzuknüpfen. In Anbetracht der aktuell stark thematisierten Belastung durch nicht-übertragbare Erkrankungen in Deutschland und anderen Staaten können diese zu einer informierten Public-Health-Antwort beitragen.
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Was gibt es noch Neues?
Zusammengestellt von Annette Diener, MEZIS Mitarbeiterin
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Wer vielleicht ebenfalls Interesse hat, mit zu bewerten, meldet sich bitte bei diener@mezis.de oder schurig@mezis.de.
Um Leitlinienwatch weiter bekannt zu machen, haben wir Faltblätter zum Mitgeben und Auslegen drucken lassen. Wer Möglichkeiten hat, sie auszulegen, meldet sich bitte bei hensold@mezis.de.
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Übrigens haben wir auch noch weiteres Material zur Werbung für unseren Verein: MEZIS T-Shirts, wenn man z. B. bei Fortbildungsveranstaltungen Aufmerksamkeit erzeugen möchte, Wartezimmerplakate, um die Wartenden zu sensibilisieren, Postkarten mit witzigen Motiven zum Verteilen oder auch „Medikamentenschachteln“ Integeran forte mit Informationen über MEZIS als Beipackzettel (und Bonbons). Hier gibt es eine Übersicht: https://mezis.de/praxis-info-material/
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Wir laden herzlich ein zur Mitglieder-offenen MEZIS Vorstands-Videokonferenz am 16. Juni 2026 um 18.00 Uhr. Wer Interesse hat, meldet sich bitte bei hensold@mezis.de.
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In unserem Signal Chat informieren sich die MEZIS Mitglieder gegenseitig über interessante Meldungen und Mitteilungen aus den Medien und diskutieren darüber. Der Chat ist für Signalnutzer:innen unter diesem Link zu finden:
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...und zuletzt: Ich durfte in den vergangenen Wochen bei mehreren Veranstaltungen (Tage der Allgemeinmedizin und kürzlich beim Bundesfortbildungskongress Allgemeinmedizin des IHF) ohne zusätzliche Gebühren MEZIS mit einem Stand vertreten und vorstellen. Ich sage DANKE für diese tollen Gelegenheiten und für die freundlichen Aufnahmen!
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