Warum MEZIS

Es gibt KollegInnen, die finden Gefallen an Gefälligkeiten. Wir von MEZIS halten dagegen! Denn wir ÄrztInnen tragen eine große Verantwortung für unsere PatientInnen! Gerade für die Arzneiverordnungen ist gute und objektive Information ohne wirtschaftliche Interessen eine unerlässliche Voraussetzung. Doch:

  • Jedes Jahr besuchen 15.000 PharmavertreterInnen 20 Millionen Mal Arztpraxen und Krankenhäuser, werben für ihre Produkte, verteilen Geschenke, bieten Honorare für Anwendungsbeobachtungen, laden zum Essen ein und bezahlen Fortbildungs- und Reisekosten.
    Das Ergebnis: Werbung für meist neue und teure, aber nicht bessere Medikamente ersetzt seriöse Information. Geld, geldwerte Leistungen, Geschenke, Essen und guter Wein beeinflussen ärztliches  Verschreibungsverhalten.
  • Die pharmazeutische Industrie sponsert einen großen Teil der ärztlichen Fortbildung und sorgt so für die „richtigen“ Themen. Ärztliche ReferentInnen werden mit oft überzogenen Honoraren bezahlt und gleich noch mit den „richtigen“ Präsentationen bestückt.
  • Daten aus Studien im Auftrag der pharmazeutischen Industrie werden nicht oder nicht vollständig veröffentlicht. Planung und Auswertung geschehen nicht selten im Sinne eines erwünschten Ergebnisses. Diese Daten beeinflussen Leitlinien und Veröffentlichungen in medizinischen Fachzeitschriften, vor allem in denjenigen, die aus Anzeigenerlösen finanziert werden.
    Pharmakonzerne beschäftigen eigene AutorInnen, die wichtige Gesundheits-Internetseiten mit unausgewogenen und interessengeleiteten Meldungen gestalten. Oder sie betreiben diese Webseiten unerkannt selbst.
  • Befindlichkeitsstörungen werden von der Pharmaindustrie gezielt zu Krankheiten erklärt (Disease mongering), die medikamentös behandelt werden müssten. Gefährdungen durch Krankheiten werden verzerrt dargestellt (Fear mongering), PatientInnenorganisationen werden gesponsert und mit den passenden Informationen versorgt. Das erhöht den Druck auf die verschreibenden ÄrztInnen.

Die Folgen: Die Arzneimittelausgaben steigen v.a. durch teure Scheininnovationen ohne erwiesenen Zusatznutzen und mit noch unbekannten Risiken. Das Vertrauensverhältnis zwischen ÄrztInnen und PatientInnen wird untergraben.

Daher hat sich 2007 die Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte MEZIS e. V. „Mein Essen zahl ich selbst“ gegründet:

  • MEZIS wehrt sich gegen die allgegenwärtigen Beeinflussungen der Pharmaindustrie 
  • MEZIS sensibilisiert ärztliche KollegInnen und Medizinstudierende: Wer sich Kulis, Essen, Studien, Reisespesen und Anwendungsbeobachtungen finanzieren lässt, wird in seinem Verschreibungsverhalten beeinflussbar.
  • MEZIS fordert ein klares Verbot von Beeinflussungen und Bestechlichkeit im Strafrecht und im ärztlichen Berufsrecht.
  • MEZIS engagiert sich für herstellerunabhängige Informationen und Fortbildungen sowie werbefreie Praxissoftware.
  • MEZIS ist Teil des weltweiten No-free-lunch-Netzwerks.

Sprechen wir Ihnen aus dem Herzen? – Dann schließen Sie sich MEZIS an!

Wie arbeitet MEZIS praktisch?

ÄrztInnen haben eins nicht: viel Zeit. Deshalb arbeitet MEZIS dezentral und kommuniziert via E-Mail, über eine Mailingliste sowie über die Website.

Öffentlichkeitsarbeit platziert das Thema in den Medien. Regionalgruppen vernetzen die KollegInnen vor Ort.

Wir wollen zeigen, dass es ÄrztInnen gibt, die sich der Umarmungsstrategie der Pharmaindustrie entgegen stellen. Helfen Sie mit dabei, dass wir ständig mehr werden!

Die Mitglieder des Vorstands und die Kontaktdaten der Geschäftsführerin finden Sie hier.

Die Augsburger Erklärung

Die Mitgliederversammlung 2014 beschloss in Augsburg die Augsburger Erklärung mit Kernforderungen an Ärzteschaft und Politik. Ein wichtiges Dokument gegen die Einflussnahme der Pharmaindustrie!

Manifest für bezahlbare Medikamente und eine bedarfsgerechte Arzneimittelforschung

Überhöhte Arzneimittelpreise haben gravierende Auswirkungen auf den Zugang zu Medikamenten mit nachgewiesenem therapeutischem Fortschritt. War bisher der Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten nur im globalen Süden ein Problem, ist dies zunehmend auch in reichen Ländern wie Deutschland der Fall, sowohl bei Infektionskrankheiten wie Hepatitis C als auch bei nicht-übertragbaren Krankheiten wie Krebs.

Die Ursachen der immer teurer werdenden medikamentösen Therapien wurden eingehend auf der Fachtagung am 1.-2.12.2016 beleuchtet, die Auswirkungen auf den Zugang zu diesen Arzneimitteln in Nord und Süd  analysiert und Lösungsstrategien entwickelt.

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