Häufig gestellte Fragen

Wie ist denn die Resonanz bei ÄrztInnen auf die Initiative „Mein Essen zahl ich selbst“?

Das Vertrauen zwischen PatientInnen und ÄrztInnen geht immer weiter verloren. Grund sind Interessenkonflikte, Korruption und Bestechlichkeit von ÄrztInnen. Gut, dass es Ärztinnen und Ärzte gibt, die sich dem widersetzen: die MEZIS.

Mit fast 800 zahlenden Mitgliedern freuen sich die unbestechliche ÄrztInnen über Mitgliederzuwachs! 2015 traten über 100 ÄrztInnen MEZIS bei.

Auch wenn 800 aktive KollegInnen und FördererInnen immer noch zu wenig sind, stößt MEZIS bei KollegInnen viele Diskussionen an. Treten auch Sie unserer Initiative bei! Selten war das Medien-Interesse an der Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte, „Mein Essen zahl ich selbst“ (MEZIS e.V.) und ihren Mitgliedern größer.

Funk, Fernsehen, Presse und online-Medien brachten ausführliche Berichte über MEZIS-ÄrztInnen, die sich dem Einfluss von Big-Pharma entziehen. Aber es gibt natürlich auch Anfeindungen. Viele ÄrztInnen haben in den letzten Jahren unter Einkommensverlusten gelitten und haben wenig Verständnis, wenn sie im Fortbildungsbereich neue Kosten übernehmen sollen. Immer mehr ÄrztInnen realisieren aber, dass die knappen Budgets im Gesundheitswesen vor allem Folge der explodierenden Arzneimittelkosten sind – und dass sich hier was ändern muss.

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Wie finanziert sich MEZIS?

MEZIS finanziert sich über Mitgliedbeiträge und Spenden. Lassen auch Sie MEZIS wachsen! MEZIS ist auf Spenden angewiesen, um unabhängig und wirkungsvoll arbeiten zu können.

Die Arbeit von MEZIS e.V. ist vom Finanzamt Lemgo als „besonders förderungswürdig“ anerkannt. Ihre Spende ist deshalb steuerlich absetzbar. Eine Spendenquittung schicken wir Ihnen zu Beginn des Folgejahres ohne Aufforderung zu.

Unseren Jahresbericht 2016 sowie die Gewinn- und Verlustrechnung 2015 finden Sie hier. Wir arbeiten nach den Richtlinien von Transparency International. Sie können uns entweder über unser Spendenformular bequem eine einmalige Einzugsermächtigung geben oder die Spende überweisen.

Unsere Bankverbindung lautet:

EthikBank
Kto.Nr.: 3146715
BLZ: 83094495
IBAN: DE36 8309 4495 0003 1467 15
BIC: GENO DE F1 ETK

MEZIS-Finanzbericht 2015

MEZIS-Jahresbericht 2016

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Muss ich aktiv sein, wenn ich Mezis beitrete?

Nein – Sie können, aber müsssen nicht; auch passive und (Förder)mitglieder die unsere Arbeit solidarisch unterstützen, sind willkommen. Sie können sich bei MEZIS aktiv einbringen oder sie unterstützen MEZIS aus Solidarität einfach nur durch eine Mitgliedschaft. Denn je mehr wir werden, je lauter ist unsere Stimme.

Wichtig ist vielen aktiven MEZIS-Mitglieder der Austausch unter Gleichgesinnten. Sie genießen es richtig, dass sie sich mit KollegInnen austauschen können, die anders denken. Dafür gibt es Regionaltreffen und auch die Maililingliste.

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Schaden ÄrztInnen denn ihren PatientInnen, wenn sie die Arzneimittel verschreiben, die die PharmaberaterInnen ihnen anempfehlen?

In der Tat bewerben Arzneimittelhersteller zumeist ihre jeweils neuesten Präparate. Das aber nicht nur deshalb, um sie bekannt zu machen, sondern weil sie praktisch immer ein Mehrfaches ihrer Vorläufersubstanzen kosten und entsprechende Gewinne einfahren. Manchmal steigt der Preis sogar auf das Zehnfache. Aber es sind nicht nur die Kosten, es ist auch die viel geringere Erfahrung mit neuen Medikamenten, die die PatientInnen bei der Einnahme erst jüngst zugelassener Medikamente zusätzlichen Risiken aussetzt.

Insbesondere bei niedergelassenen FachärztInnen und HausärztInnen gibt es glücklicherweise nur wenige Fälle, in denen ein erst kurz zugelassenes Medikament tatsächlich verschrieben werden sollte. Untersuchungen mehrerer deutscher kassenärztlicher Vereinigungen zeigen aber: ÄrztInnen, die Pharma-VertreterInnen zu sich lassen, verordnen viel mehr – Fachleute sagen viel zu viel – „innovative“, also erst seit kurzem zugelassene, Medikamente.

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Wie können Pharma-ReferentInnen einen solchen Einfluss ausüben, obwohl sie eigentlich nur objektiv informieren sollen?

Pharma-VertreterInnen informieren nicht, sie sind Verkaufs-Profis und machen Werbung Sie werden intensiv darin geschult, sich emotional auf die Ärztin oder den Arzt einzulassen und quasi freundschaftlich an sich zu binden.

So etwas schafft Loyalitäten und – oftmals unbewusste – Abhängigkeiten. So werden die Pharma-VertreterInnen als willkommene Unterbrechung des emotional sehr anstrengenden Praxisalltages gesehen. Dass das funktioniert, zeigt die große Zahl von über 15.000 PharmavertreterInnen allein in Deutschland. Jeder von ihnen kostet 125.000 – 200.000 € im Jahr.

Würde dieses Geld nicht Wirkung zeigen, würden die Hersteller es auch nicht ausgeben. Aber immer wenn Pharma-Hersteller versucht haben, die Ausgaben für den Außendienst zu reduzieren, ging die Zahl der Verordnungen ihrer Produkte zurück.

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Gratis-Muster, Kugelschreiber und Kaffeetassen, oder auch einmal eine Einladung zum Abendessen bei einer Fortbildung – sind ÄrztInnen durch derlei Angebote wirklich zu bestechen?

61% der MedizinerInnen glauben von sich selbst, dass sie „überhaupt nicht“ durch Pharma-Geschenke in Ihrem Verordnungsverhalten beeinflusst werden. Bei ihren KollegInnen glauben sie aber, dass nur 16% überhaupt nicht beeinflussbar sind– und entsprechend 84% gelegentlich oder häufig beeinflusst in ihrem Verschreibungsverhalten durch Pharma-Geschenke.

Wissenschaftliche Untersuchungen in den USA und Kanada haben zudem gezeigt, dass häufige Besuche von Pharma-VertreterInnen, verbunden mit solchen Geschenken, sich nachweisbar darauf auswirken, welche Arzneimittel ein Arzt oder eine Ärztin verschreibt.

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Was kann eine Ärztin oder ein Arzt tun, um sich von den Beeinflussungsversuchen der Pharma-Hersteller frei zu machen?

Immer mehr ÄrztInnen sind sich des Problems der Einflussnahme durch Hersteller bewusst – und das ist der erste Schritt, damit sich etwas ändern kann. Nur wer anerkennt, dass er oder sie beeinflussbar ist, kann als Arzt oder Ärztin professionelle Distanz zu den Herstellern einnehmen.

Im zweiten Schritt gilt es, Maßnahmen zu ergreifen: Viele ÄrztInnen reduzieren inzwischen die Besuchsfrequenz von Pharma-VertreterInnen oder weigern sich ganz, sich auf diese bequeme, aber eben unprofessionelle Methode „informieren“ zu lassen.

Ein weiterer Punkt betrifft das übrige Fortbildungsverhalten: Leider beeinflusst die Pharma-Industrie auch die Mehrzahl der ärztlichen Fachzeitschriften und selbst wissenschaftliche Kongresse auf vielfältige Weise. Sie beeinflussen die Organisation, bestimmen die Themen und bezahlen die ReferentInnen. Zunehmend gibt es aber Alternativangebote, die sponsoringfrei sind. Die Kosten zu tragen die ÄrztInnen – ein geringer Preis für die Unabhängigkeit.

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Mein Arzt oder meine Ärztin sagt mir, dass er von der Industrie finanzierte Kongresse und Fortbildungen gar nicht meiden kann. Stimmt das?

Die Situation ist in den einzelnen FachärztInnengruppen unterschiedlich. Aber es ist richtig – in vielen Regionen gibt es z.B. keine pharmafreien Fortbildungsveranstaltungen zu „arzneilastigen“ Themen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Eine Aufgabe von MEZIS ist, das zu ändern.

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